Der Sternenhimmel im Juli 2020

 Sterne

Blickt man an einem Juli-Abend ab etwa 22 Uhr in Richtung Norden, fällt zunächst der Große Wagen auf, dessen Deichsel steil nach oben zeigt. Rechts davon befindet sich der Kleine Wagen mit dem Polarstern am unteren Ende. Verlängert man die geschwungene Deichsel des Großen Wagens in Richtung Süden, trifft man auf den hellen Stern Arkturus im Sternbild Bärenhüter. Nicht weit davon entfernt ist am Südwesthorizont das Sternbild Jungfrau mit dem Hauptstern Spika zu finden.

Nahe des Zenits kann man die halbkreisförmige Nördliche Krone mit dem auffälligen Stern Gemma und das Sternbild des griechischen Helden Herkules erkennen.

Am südlichen Horizont zeigen sich im Sommer zwei besonders eindrucksvolle Sternbilder. Der Skorpion mit dem rötlichen Stern Antares und der Schütze, dessen Form an einen Teekessel erinnert.

Im Osten fallen drei besonders helle Sterne auf: Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Diese drei entfernten Sonnen bilden das markante Sternmuster des Sommerdreiecks.

Eine aktuelle Sternkarte für den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See können Sie online auf unserer Homepage hier abrufen.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • M51: Spiralgalaxie im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 25 Mio. Lichtjahre

  • M81: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Mio. Lichtjahre

  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Mio. Lichtjahre

  • M4: Kugelsternhaufen im Sternbild Skorpion, Entfernung: 7000 Lichtjahre

  • M13: Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre

  • M11: Wildentenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Schild, Entfernung: 5.600 Lichtjahre

  • M17: Schwanennebel, Galaktischer Nebel im Sternbild Schütze, Entfernung: 4.900 Lichtjahre

  • M20: Trifidnebel, Galaktischer Nebel im Sternbild Schütze, Entfernung: 5.200 Lichtjahre

  • M8: Offener Sternhaufen im Lagunennebel, Sternbild Schütze, Entfernung: 6.000 Lichtjahre

  • Albireo: Doppelstern im Sternbild Schwan, auffälliger Farbkontrast, Entfernung: 390 Lichtjahre

  • M27: Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Fuchs, Entfernung: 1.200 Lichtjahre

  • M57: Ringnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Leier, Entfernung: 2.300 Lichtjahre

Planeten

Schon in den ersten Julitagen seht der flinke Planet Merkur in seiner unteren Konjunktion. (Er steht von der Erde aus gesehen vor der Sonne). Er wandert schnell westwärts und erreicht schon am 22. Juli seine größte westliche Elongation von etwa 20°. Daraus resultiert eine relativ gute Morgensichtbarkeit. Am 20. Juli steht er gegen Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonnenstand -6°, etwa gegen 4:55 Uhr) schon mehr als 5° über dem NO-Horizont. Am 27.7. erreicht er dann eine Maximalhöhe von rund 7°. Seine Helligkeit nimmt immer mehr zu und erreicht am Monatsende einen Wert von etwa -0.7mag.

Venus steht weiterhin am Morgenhimmel und erreicht in den nächsten Monaten einen immer größeren Horizontabstand. Im Juli erreicht sie am Monatsanfang gegen Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonnenstand -6°) nur wenige Grad, steigert sich aber dann bis zum Monatsende auf knapp 23° Horizontabstand. Am 7. Juli strahlt sie mit einer Helligkeit von -4,7mag in ihrem "größten Glanz".

Mars wandert im Juli vom Sternbild Fische in den Walfisch. Seine Aufgänge verfrühen sich von knapp 1:00 Uhr auf etwa 23:30 Uhr am Monatsende. Im gleichen Zeitraum nimmt seine Helligkeit von etwa -0,6mag auf -1.1mag zu.

Jupiter erreicht am 14. Juli seine Oppositionsstellung (Er steht auf einer Linie mit Sonne und Erde) und ist als -2.8mag heller Punkt die ganze Nacht zu sehen. Es ist also die beste Zeit den Planeten mit seinen Oberflächendetails, wie der ausgeprägten Bänderstruktur der Atmosphäre und den "Großen Roten Fleck", einem Sturmsystem der schon vor gut 400 Jahren entdeckt wurde, zu beobachten. Auch das Spiel seiner Monde läßst sich jetzt sehr gut beobachten. Leider fällt sein Horizontabstand mit knapp 18° nur sehr gering aus und damit sind die Beobachtungsbedingungen durch die dichte horizontnahe Athmosphäre nicht optimal.

Saturn steht am 20. Juli in seiner Oppositionsstellung. Das bedeutet, dass er sich auf einer Linie mit Sonne und Erde befindet und somit die ganze Nacht zu sehen ist. Durch seine höchste Höhe über dem Südhorizont von leider nur ca. 20°, sind die Beobachtungsbedingungen wie beim Jupiter nicht optimal.
Aber bei ruhiger Luft kann man wieder Saturns faszinierendes Ringsystem beobachten - ein atemberaubendes Erlebnis.

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Sommerzeit (MESZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.