Der Sternenhimmel im Mai 2020

Sterne

Zu Beginn der Nacht ist der Grosse Wagen, der ein Teil des Sternbilds Grosser Bär ist, im Zenit zu finden. Verlängert man die Verbindungslinie der hinteren zwei Kastensterne etwa fünfmal nach Norden, trifft man im Sternbild Kleiner Wagen auf einen besonderen Stern: Polaris, auch Polarstern genannt. Etwas westlich davon schlängelt sich das eher unscheinbare Sternbild Drache am Himmel.

Blickt man weiter nach Westen, kann man noch die typischen Sterne und Konstellationen des Winters erkennen: Kapella im Sternbild Fuhrmann und Castor und Pollux, die die Köpfe des Sternbilds Zwillinge darstellen.

Verfolgt man den Tierkreis Richtung Süden, trifft man auf bekannte Sternbilder: Den Krebs mit dem Sternhaufen Krippe oder Praesepe, den Löwen mit dem hellen Stern Regulus und die Jungfrau mit der entfernten Sonne Spika.

Im Südosten fällt der rötliche Stern Arkturus im Sternbild Bootes auf. Er bildet zusammen mit Spika und Regulus das Frühlingsdreieck.

Über dem Osthorizont zeigen sich schliesslich die Sternbilder Nördliche Krone mit seinem hellen Stern Gemma sowie die Sternbilder Herkules und Leier.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • Katzenaugennebel NGC6543: Planetarischer Nebel im Sternbild Drache, Entfernung: 3200 Lichtjahre

  • M44: Praesepe (Krippe), Offener Sternhaufen im Sternbild Krebs, Entfernung: 577 Lichtjahre

  • M67: Offener Sternhaufen im Sternbild Krebs, Entfernung: 3000 Lichtjahre

  • M65/M66: Galaxien im Sternbild Löwe, Entfernung: 35 Mio. Lichtjahre

  • M3: Kugelsternhaufen im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 34000 Lichtjahre

  • M51: Whirlpool-Galaxie im Sternbild Jagdhunde, Entfernung 27 Mio. Lichtjahre

  • M81: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Mio. Lichtjahre

  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Mio. Lichtjahre

  • M13: Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre

Planeten

Der Planet Merkur erreicht am 4. Mai seine obere Konjunktion, das bedeutet, dass er an diesem Tag von der Erde aus gesehen hinter der Sonne steht und nicht beobachtet werden kann. Schon ab dem 16. Mai ergibt sich eine Abendsichtbarkeit des sonnennächsten Planeten. So steht dann Merkur zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung (etwa 21:40 Uhr) schon 5° über dem WNW-Horizont. Bis zum Monatsende nimmt der Horizontabstand sogar noch auf fast 10° zu. Seine Helligkeit nimmt aber im gleichen Zeitraum von -1.0mag auf 0.2mag ab, da uns der Planet immer mehr seine unbeleuchtete Seite zuwendet. Das Auffinden Merkurs wird diesen Monat durch die Nähe der hellen Venus erleichtert - am 22. Mai steht sie nur 1,2° nördlich von Merkur.

Die Venus beendet im Mai ihren Auftritt als Abendstern. Sie wandert schnell in Richtung Sonne und erreicht am 3. Juni ihre untere Konjunktion (sie steht dann von der Erde aus gesehen vor der Sonne). Am Monatsanfang geht sie noch gegen 0:30 Uhr unter, am Ende des Monats dann aber schon gegen 21:50 Uhr, also in der noch hellen Abenddämmerung. Gleichzeitig fällt ihre Helligkeit von -4,7mag auf etwa -4.0mag am Monatsende ab.

Der rote Planet Mars wandert am Morgenhimmel vom Sternbild Steinbock in den Wassermann. Am Monatsanfang geht er kurz nach 3:30 Uhr auf, am Monatsende so gegen 2:20 Uhr.

Der Riesenplanet Jupiter etwickelt sich im Mai immer mehr zum Planeten der zweiten Nachthälfte. Sein Aufgang verfrüht sich von 02:20 Uhr Anfang des Monats auf knapp 0:20 Uhr am Monatsende. Am 14. Juni beginnt er dann mit seiner diesjärigen Oppositionsschleife.
Eine Beobachtung mit dem Teleskop lohnt sich: Schon mit einem kleinen Teleskop kann man das Spiel seiner hellsten Monde, die Bänderstrukturen in seiner Athmosphäre und mit etwas Glück sogar den Großen Roten Fleck, ein gewaltiges Sturmtief auf seiner Oberfläche, beobachten.

Auch der Ringplanet Saturn entwickelt sich im Mai zum Planeten der zweiten Nachthälfte - Er steht 5° östlich von Jupiter im Sternbild Steinbock und steigt nur gut 15 Minuten nach Jupiter im Südosten über den Horizont. Am 11. Mai beginnt der 0,4mag helle Planet seinerseits seine diesjährige Oppositionsschleife.
Auch bei Saturn lohnt sich schon eine Beobachtung mit dem Teleskop. Das Planetenscheibchen ist etwa 17,5 Bogensekunden groß und das ihn umgebende Ringsystem gut 20° geöffnet.

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Sommerzeit (MESZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.