Der Sternenhimmel im April 2020

Sterne

Blicken wir an einem Aprilabend nach Norden, fällt besonders der markante Grosse Wagen auf. Zu dieser Jahreszeit erreicht er in den Abendstunden seine grösste Höhe, steht jedoch “auf dem Kopf”. Verlängert man die Strecke zwischen den hinteren beiden Kastensternen etwa fünfmal Richtung Horizont, so trifft man auf den Polarstern.

Im Westen verabschieden sich die Wintersternbilder von der Himmelsbühne. Stier, Orion und Grosser Hund sind nur noch am frühen Abend gut zu sehen.

Hoch am Himmel zeigen sich die Konstellationen Fuhrmann, Zwillinge und Krebs. Sie haben jetzt eine sehr gute Position für astronomische Beobachtungen.

Im Süden steht momentan das sehr ausgedehnte, aber relativ unauffällige Sternbild der Wasserschlange. Richtung Osten sind bereits die charakteristischen Sterne des Frühlings zu finden. Besonders sehenswert ist das sogenannte Frühlingsdreieck, das aus den hellen Sternen Spica in der Jungfrau, Arkturus im Bärenhüter (Bootes) und Regulus im Löwen aufgebaut ist.

Eine aktuelle Sternkarte für den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See können Sie online auf unserer Homepage abrufen.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • M36/M37/M38: Offene Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann, Entfernung ca. 4000 Lichtjahre

  • Eskimonebel NGC2392: Planetarischer Nebel im Sternbild Zwillinge, Entfernung: 2500 Lichtjahre

  • M35: Offener Sternhaufen im Sternbild Zwillinge, Entfernung: 2700 Lichtjahre

  • M44: Praesepe (Krippe), Offener Sternhaufen im Sternbild Krebs, Entfernung: 577 Lichtjahre

  • M67: Offener Sternhaufen im Sternbild Krebs, Entfernung: 3000 Lichtjahre

  • M65/M66: Galaxien im Sternbild Löwe, Entfernung: 35 Mio. Lichtjahre

  • M3: Kugelsternhaufen im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 34000 Lichtjahre

  • M51: Whirlpool-Galaxie im Sternbild Jagdhunde, Entfernung 27 Mio. Lichtjahre

  • M81: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Mio. Lichtjahre

  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Mio. Lichtjahre

Planeten

Der flinke Planet Merkur erreichte zwar am 24. März seinen größten westlichen Winkelabstand zur Sonne. Trozdem gewinnt Merkur wegen der flachen Ekliptik am Morgenhimmel nicht genügend Höhe um sich gegen die Morgendämmerung durchzusetzen.
Er bleibt den ganzen April mit dem freien Auge unbeobachtbar.

Venus ist im April weiterhin Abendstern und steht schon in der abendlichen Dämmerung unübersehbar hoch am Westhimmel. Bis zur Monatsmitte verspätet sich ihr Untergang auf etwa 0:45 Uhr, somit geht sie mehr als 4 Stunden nach der Sonne unter und erreicht in der Dämmerung eine höhe von bis zu 30° über dem Westhorizont. Am Monatsende erreicht sie dann mit -4,7mag ihre maximale Helligkeit.

Mars ist weiterhin am Morgenhimmel zu finden. Er bewegt sich im Sternbild Steinbock weiter ostwärts.
Seine Aufgangszeiten verfrühen sich im April von etwa 4:40 Uhr am Monatsanfang auf 3:40 Uhr am Monatsende wärend seine Helligkeit in diesem Zeitraum von 0,8mag auf 0,4mag ansteigt.

Der Riesenplanet Jupiter wandert im April langsam ostwärts durch das Sternbild Schütze. Mit einer Helligkeit von -2,2mag ist er zu Beginn der morgendlichen Dämmerung zwischen 14° und 17° über dem Südosthorizont zu finden. Am Monatsanfang geht der Riesenplanet  gegen 4:12 Uhr auf, am Monatsende dann schon gegen 2:26 Uhr.
Frühaufsteher mit Teleskop können sich, an dem bis zum Monatsende auf rund 40 Bogensekunden anwachsenden Planetenscheibchen und das Spiel seiner Monde, erfreuen.

Der Ringplanet Saturn befindet sich den ganzen April am Morgenhimmel im westlichen Teil des Sternbilds Steinbock.  Am Monatsanfang geht Saturn kurz nach 4:30 Uhr morgens auf, am Monatsende dann schon etwa gegen 2:40 Uhr morgens.

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Sommerzeit (MESZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.