Der Sternenhimmel im Juni 2019

Sterne

Der Juni ist der beste Monat, um die südlichen Sternbilder Skorpion und Schütze zu beobachten. Von Deutschland aus sind sie sehr nah am Horizont zu finden. Wer in der Mittelmeerregion Urlaub macht, kann sie deutlich höher am Himmel sehen. Die Region oberhalb von Schütze und Skorpion fällt durch ihre Sternleere auf: Hier verbergen sich der SchlangenträgerSchlange und darüber Herkules. Die besonders hellen Sterne am Himmel sind Arktur im Bootes, Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Das Band der Milchstraße zieht sich quer über den Himmel. Der Große Bär ist nur noch teilweise am Firmament zu sehen. Er sinkt zunehmend dem Horizont entgegen und ist jetzt in nordwestlicher Richtung zu finden.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:   

  • M51: Spiralgalaxie im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 25 Mio. Lichtjahre   
  • M81: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Mio. Lichtjahre   
  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Mio. Lichtjahre   
  • M3: Kugelsternhaufen im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 34.000 Lichtjahre  
  • M4: Kugelsternhaufen im Sternbild Skorpion, Entfernung: 7.000 Lichtjahre
  • M5: Kugelsternhaufen im Sternbild Schlange, Entfernung: 26.000 Lichtjahre   
  • M13: Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre   
  • M11: Wildentenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Schild, Entfernung: 5.600 Lichtjahre   
  • Albireo: Doppelstern im Sternbild Schwan, auffälliger Farbkontrast, Entfernung: 390 Lichtjahre   
  • M27: Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Fuchs, Entfernung: 1.200 Lichtjahre   
  • M57: Ringnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Leier, Entfernung: 2.300 Lichtjahre

Planeten

Der flinke Planet Merkur erreicht im Juni seine zweitbeste Abendsichbarkeit. Den ganzen Monat ist er horizontnah am frühen Abendhimmel zu finden. Schon am 1. Juni ist er zum Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonnenstand - 6°), bei einer Höhe von etwa 5° über dem Nordwesthorizont, zu finden. Bis zum 15. Juni gewinnt er einen Horizontabstand von etwa 7,5°, danach nimmt der Abstand zum Horizont wieder ab.
Die beste Beobachtungszeit liegt somit zwischen dem 10. und 20. Juni, wobei Merkur am 18. Juni auf den Planeten Mars trifft und der minimale Abstand der beiden Himmelskörper dann bei etwa 14 Bogenminuten liegt.

Venus ist im Juni nur sehr eingeschränkt beobachtbar. Am Morgenhimmel erreicht sie zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung nur eine Horizonthöhe von etwa 1°, wird sich also trotz einer Helligkeit von -3,9mag in den horizontnahen Luftschichten verstecken.

Mars beendet seinen Auftritt vom Abendhimmel. Er steht in der Abenddämmerung nur noch tief am Nordwesthorizont und fällt mit nur noch 1,8mag auch nicht besonders ins Auge. Am 5. Juni kann die schmale Mondsichel beim Aufsuchen des Planeten helfen, am 18. Juni dann der hellere Merkur.

Jupiter ist der Planet der ganzen Nacht. Der Riesenplanet erreicht am 10. Juni seine Oppositionsstellung (Sonne-Erde-Jupiter stehen dann in einer Linie). Mit einer Helligkeit von rund -2,6mag  ist er nach dem Mond das hellste Objekt am Abendhimmel. Leider erreicht er nur eine maximale Höhe von rund 18° über dem Südhorizont, da die Ekliptik (Scheinbare Bahn der Sonne und der Planeten am Himmel) in den Sommermonaten recht flach am Südhorizont liegt. Jetzt beginnt die beste Zeit den Planeten und das Spiel seiner Monde zu beobachten.

Saturn erreicht im Juli seine Oppositionsstellung. Im Juni ist er somit der Planet der zweiten Nachthälfte. Am Monatsanfang geht der 0,1 mag helle Saturn kurz vor 00:00 Uhr auf, am Monatsende dann schon gegen 22:00 Uhr. Auf seiner Bahn erreicht er aber keine nennenswerte Höhe über dem Südhorizont, wie das auch bei Jupiter der Fall ist. 

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Sommerzeit (MESZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind. Beachten Sie bitte, dass unsere Sternwarte in den Monaten Mai, Juni und Juli, (bedingt durch die späteren Sonnenuntergangszeiten)  Dienstag und Freitags erst ab 22:00 Uhr MESZ geöffnet wird!