Der Sternenhimmel im Mai 2019

Sterne

Zu Beginn der Nacht ist der Grosse Wagen, der ein Teil des Sternbilds Grosser Bär ist, im Zenit zu finden. Verlängert man die Verbindungslinie der hinteren zwei Kastensterne etwa fünfmal nach Norden, trifft man im Sternbild Kleiner Wagen auf einen besonderen Stern: Polaris, auch Polarstern genannt. Etwas westlich davon schlängelt sich das eher unscheinbare Sternbild Drache am Himmel.

Blickt man weiter nach Westen, kann man noch die typischen Sterne und Konstellationen des Winters erkennen: Kapella im Sternbild Fuhrmann und Castor und Pollux, die die Köpfe des Sternbilds Zwillinge darstellen.

Verfolgt man den Tierkreis Richtung Süden, trifft man auf bekannte Sternbilder: Den Krebs mit dem Sternhaufen Krippe oder Praesepe, den Löwen mit dem hellen Stern Regulus und die Jungfrau mit der entfernten Sonne Spika.

Im Südosten fällt der rötliche Stern Arkturus im Sternbild Bootes auf. Er bildet zusammen mit Spika und Regulus das Frühlingsdreieck.

Über dem Osthorizont zeigen sich schliesslich die Sternbilder Nördliche Krone mit seinem hellen Stern Gemma sowie die Sternbilder Herkules und Leier.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • Katzenaugennebel NGC6543: Planetarischer Nebel im Sternbild Drache, Entfernung: 3200 Lichtjahre

  • M44: Praesepe (Krippe), Offener Sternhaufen im Sternbild Krebs, Entfernung: 577 Lichtjahre

  • M67: Offener Sternhaufen im Sternbild Krebs, Entfernung: 3000 Lichtjahre

  • M65/M66: Galaxien im Sternbild Löwe, Entfernung: 35 Mio. Lichtjahre

  • M3: Kugelsternhaufen im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 34000 Lichtjahre

  • M51: Whirlpool-Galaxie im Sternbild Jagdhunde, Entfernung 27 Mio. Lichtjahre

  • M81: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Mio. Lichtjahre

  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Mio. Lichtjahre

  • M13: Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre

Planeten

Der Planet Merkur erreicht am 21. Mai seine obere Konjunktion, das bedeutet, dass er an diesem Tag von der Erde aus gesehen hinter der Sonne steht. Erst am Ende des Monats ergibt sich, zumindest theoretisch, eine Abendsichtbarkeit des sonnennächsten Planeten. Doch steht Merkur so tief am Himmel, dasser sich gegen die helle Dämmerung kaum durchzusetzen kann. Schon am 4. Juni ergibt sich dann eine deutlich bessere möglichkeit Merkur zu beobachten.

Auch die Venus ist im Mai kaum zu beobachten. Sie steht zwar immer noch am Morgenhimmel, erreicht aber wegen der flach am Südosthorizont liegenden Ekliptik erst nach Sonnenaufgang eine zur Beobachtung brauchbare Höhe. Im Lauf des Monats verschlechtern sich die Bedingungen, da auch der Winkelabstand zur Sonne immer kleiner wird.

Der rote Planet Mars wandert am Abendhimmel vom Sternbild Stier in die Zwillinge. Der Untergang des inzwischen mit nur noch 1,8mag unauffälligen Planeten ist am Monatsanfang etwa eine viertel Stunde nach Mitternacht, am Monatsende dann schon eine halbe Stunde früher.

Der Riesenplanet Jupiter etwickelt sich im Mai immer mehr zum Planeten der ganzen Nacht. Sein Aufgang verfrüht sich von 00:15 Uhr Anfang des Monats auf knapp 22:00 Uhr an Monatsende. Am 10. Juni erreicht er dann seine Oppositionsstellung, dann ist er die Ganze nacht beobachtbar.
Leider erreicht der größte Planet unseres Sonnensystems nur eine maximale Höhe von etwa 17° über dem Südhorizont - trotzdem sollte man sich den Planeten und seine Monde nicht entgehen lassen:
Schon mit einem kleinen Teleskop kann man das Spiel seiner hellsten Monde, die Bänderstrukturen in seiner Athmosphäre und mit etwas Glück sogar den Großen Roten Fleck, ein gewaltiges Sturmtief auf seiner Oberfläche, beobachten.

Der Ringplanet Saturn entwickelt sich im Mai zum Planeten der zweiten Nachthälfte.Im Sternbildern Schütze stehend geht er Anfang Mai  kurz nach 2 Uhr im Südosten über den Horizont - am Monatsende dann schon kurz nach Mitternacht.

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Sommerzeit (MESZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.
Beachten Sie bitte, dass unsere Sternwarte in den Monaten Mai, Juni und Juli, (bedingt durch die späteren Sonnenuntergangszeiten)  Dienstags und Freitags erst ab 22:00 Uhr MESZ geöffnet wird!