Monatlicher Nachthimmel

Der Sternenhimmel im Februar 2020

Sterne

Im Norden fallen zunächst die markanten Sternbilder Kassiopeia und der Große Bär (bzw. Großer Wagen) auf. Zu dieser Jahreszeit befinden sich beide Sternbilder in der ersten Nachthälfte auf fast gleicher Höhe über dem Horizont. In ihrer Mitte ist der Polarstern zu finden.

Im Westen verabschiedet sich Andromeda mit der imposanten Andromedagalaxie von der Bühne der Nacht. In den nächsten Monaten wird das Sternbild nur noch am Taghimmel erscheinen und für uns nicht mehr zu beobachten sein. Lässt man seinen Blick vom “Himmels-W” Kassiopeia westwärts zum Sternbild Perseus wandern, fällt auf halbem Weg ein nebliger Fleck auf. Dies sind die mit bloßem Auge erkennbaren Doppelsternhaufen h und Chi Persei, die sich in einer Entfernung von über 7000 Lichtjahren befinden. Weiter südlich stößt man auf den Stier. Im Zentrum dieses Sternbilds befinden sich die Hyaden, ein V-förmiger Sternhaufen, der bereits ohne optische Hilfsmittel am Himmel sichtbar ist.

Der Südhimmel wird jedoch von zwei anderen Sternbildern beherrscht: Dem antiken Jäger Orion und dem Großen Hund. Unterhalb der charakteristischen Kette von drei hellen Sternen, den sogenannten Gürtelsternen des Orion, kann man schon mit bloßem Auge den Orionnebel erkennen. Diese rund 1300 Lichtjahre entfernte interstellare Gas- und Staubwolke ist eine Geburtsstätte von zahlreichen Sternen. Tiefer am Horizont strahlt der hellste Stern des Winterhimmels, die nur 240 Millionen Jahre alte Sonne Sirius im Großen Hund.

Hoch im Osten ist in dunklen Nächten das eher unscheinbare Sternbild Krebs auszumachen. Mit einem Fernglas kann man in dessen Mitte einen prächtigen Sternhaufen mit dem Namen Praesepe (lat. für Krippe) finden. Tiefer am östlichen Horizont beginnt der Löwe seinen langen Marsch über den Nachthimmel. Sein hellster Stern, der über 70 Lichtjahre entfernte Regulus, befindet sich bei den Vorderpfoten des Raubtiers.

Blickt man in den Wintermonaten genau Richtung Zenith, fällt auf, dass alle hellen Sterne des Abendhimmels eine geschlossene Struktur bilden: das sogenannte Wintersechseck. Diese Konstellation ist aus folgenden Sternen aufgebaut: Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund, Kastor und Pollux in den Zwillingen, Kapella im Fuhrmann und Aldebaran im Stier. In der Mitte des Sechsecks ist der rote Riesenstern Beteigeuze eingebettet.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • M31: Andromedagalaxie, Entfernung: 2.5 Millionen Lichtjahre

  • M1: Planetarischer Nebel im Sternbild Stier, Ergebnis einer Supernova aus dem Jahr 1054, Entfernung: 6300 Lichtjahre

  • h+Chi Persei: Doppelsternhaufen im Sternbild Perseus, Entfernung: 7300 Lichtjahre

  • M36/M37/M38: Offene Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann, Entfernung ca. 4000 Lichtjahre

  • Eskimonebel NGC2392: Planetarischer Nebel im Sternbild Zwillinge, Entfernung: 2500 Lichtjahre

  • M42: Orionnebel, Entfernung: 1300 Lichtjahre

  • M41: Offener Sternhaufen im Sternbild Großer Hund, Entfernung: 2300 Lichtjahre

  • M46: Offener Sternhaufen mit planetarischem Nebel, Entfernung: 5500 Lichtjahre

  • M44: Praesepe (Krippe), Offener Sternhaufen im Sternbild Krebs, Entfernung: 577 Lichtjahre

  • M65/M66: Galaxien im Sternbild Löwe, Entfernung: 35 Mio. Lichtjahre

  • M81: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Mio. Lichtjahre

  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Millionen Lichtjahre

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Winterzeit (MEZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.

Der Sternenhimmel im Januar 2020

Sterne

Beim Blick nach Norden befinden sich östlich bzw. rechts vom Polarstern die sieben Sterne des Großen Wagens. Diese Sternkonstellation ist Teil des größeren Sternbilds Großer Bär und wird in den nächsten Monaten immer höher am Abendhimmel zu finden sein.

Im Westen steht das ausgedehnte Herbstviereck, das aus den hellsten Sternen der Sternbilder Pegasus und Andromeda aufgebaut ist.

Über uns, nahe des Zenit, thronen die Sternbilder Perseus und Fuhrmann sowie das berühmte “Himmels-W” Kassiopeia.

Hoch im Süden zeigt sich der Stier mit seinem rötlichen Auge, dem Sternriesen Aldebaran. Etwas westlicher davon befindet sich das markante Siebengestirn der Plejaden. Unterhalb des Stiers prangt das beeindruckendste Sternbild der Wintermonate: Orion, der Jäger der Antike. Der zentrale Teil, drei nebeneinander liegende helle Sterne, symbolisieren den Gürtel des Helden. Links oberhalb der Gürtelsterne wird die rechte Schulter durch den roten Riesenstern Beteigeuze dargestellt. Schräg gegenüber befindet sich der linke Fuß des Jägers, der bläulich-weiße Stern Rigel. Der hellste Stern des Nachthimmels ist jedoch die rund 9 Lichtjahre entfernte Sonne Sirius im Sternbild Großer Hund, das unterhalb des Orion zu finden ist.

Über dem östlichen Horizont zeigen sich in den Januarabenden schon zwei weitere Sternbilder der Tierkreises: Der Krebs und die Zwillinge mit den Sternen Kastor und Pollux.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • M31: Andromedagalaxie, Entfernung: 2.5 Millionen Lichtjahre

  • M1: Nebel im Sternbild Stier, Ergebnis einer Supernova aus dem Jahr 1054, Entfernung: 6300 Lichtjahre

  • h+Chi Persei: Doppelsternhaufen im Sternbild Perseus, Entfernung: 7300 Lichtjahre

  • M36/M37/M38: Offene Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann, Entfernung ca. 4000 Lichtjahre

  • M42: Orionnebel, Entfernung: 1300 Lichtjahre Eskimonebel

  • NGC2392: Eskimonebel, planetarischer Nebel im Sternbild Zwillinge, Entfernung: 5000 Lichtjahre

  • M81: Bodes Galaxie, Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Mio. Lichtjahre

  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Mio. Lichtjahre

 

Planeten

Der Planet Merkur erreicht am 10.01. seine obere Konjunktion. Das bedeutet, dass er dann von der Erde aus betrachtet direkt hinter der Sonne steht.
Mit etwas Glück kann er aber schon am Monatsende wieder beobachtet werden. Am 31.1. beispielsweise findet man Merkur gegen 17:45 Uhr, beim Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont), als -1,1mag helles Pünktchen etwa 5° über dem Westsüdwesthorizont.

Venus ist weiterhin Abendstern. Am Monatsanfang geht sie gegen 19:23 Uhr unter, am Monatsende dann erst kurz vor 21 Uhr. Somit ist der Planet mit einer Helligkeit von etwa -4,0mag gute 2 Stunden unübersehbar am Westhimmel auffindbar.

Mars, weiterhin am Morgenhimmel stehend, wandert vom Sternbild Waage durch den nördlichen Teil des Skorpioms in den Schlangenträger. Durch diese Bewegung nach Osten bleib sein Aufgang im Januar ziemlich konstant bei kurz vor 5 Uhr morgens. Mit einer Helligkeit von nur rund 1,5mag wirkt er aber recht unscheinbar am Himmel.

Der Riesenplanet Jupiter stand am 27.12. in oberer Konjunktion mit der Sonne, also von der Erde aus gesehen genau hinter ihr. Auch im Januar bleibt er zu nahe an der Sonne als dass man ihn vernünftig beobachten könnte.

Der Ringplanet Saturn ist im Januar ebenfalls nicht zu beobachten.
Er erreicht am 13. Januar seine Konjunktionsstellung und steht dann von der Erde aus betrachtet genau hinter der Sonne.

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Winterzeit (MEZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.

Der Sternenhimmel im Dezember 2019

Sterne

Am östlichen Horizont zeigen sich bereits einige typische Wintersternbilder: Der Stier mit dem rötlichen Stern Aldebaran und dem auffälligen Siebengestirn (Plejaden). Der Fuhrmann mit der hellen Sonne Kapella und das Sternbild Orion mit den charakteristischen drei Gürtelsternen. Später am Abend zeigen sich auch noch die Zwillinge mit den markanten Sternen Kastor und Pollux.

Blickt man nach oben in Richtung Zenit, fallen zwei Sternbilder besonders auf: Das leicht zu findende “Himmels-W” Kassiopeia und Perseus, der die Form einer Astgabel hat.

Hoch im Südwesten findet man das ausgedehnte Sternbild Pegasus und Andromeda. In dunklen Nächten ohne Mondschein kann man in diesem Himmelsareal auch einen schwachen nebligen Fleck erkennen. Dies ist unsere Nachbargalaxie, die über 2 Millionen Lichtjahre entfernte Andromedagalaxie!

Im Westen verabschieden sich jetzt die Vertreter des Sommerhimmels. Nur noch in den ersten Abendstunden kann man die hellen Sterne des Sommerdreiecks sehen: Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler.

Eine aktuelle Sternkarte für den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See können Sie online auf unserer Homepage abrufen.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • Albireo: Doppelstern im Sternbild Schwan, auffälliger Farbkontrast, Entfernung: 390 Lichtjahre

  • M27: Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Fuchs, Entfernung: 1.200 Lichtjahre

  • M57: Ringnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Leier, Entfernung: 2.300 Lichtjahre

  • M39: Offener Sternhaufen im Sternbild Schwan, Entfernung: 900 Lichtjahre

  • M15: Kugelsternhaufen im Sternbild Pegasus, Entfernung: 30.000 Lichtjahre

  • M31: Andromedagalaxie, Spiralgalaxie im Sternbild Andromeda, Entfernung: 2,5 Mio. Lichtjahre

  • Gamma Andromedae (Alamak): Doppelstern im Sternbild Andromeda, schöner Farbkontrast, Entfernung: 400 Lichtjahre

  • M33: Spiralgalaxie im Sternbild Dreieck, Entfernung: 3 Mio. Lichtjahre

  • M45: Plejaden, Offener Sternhaufen im Sternbild Stier, Entfernung: 440 Lichtjahre

  • h+Chi Persei: Doppelsternhaufen im Sternbild Perseus, Entfernung: 7300 Lichtjahre

  • NGC457: Eulenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Kassiopeia, Entfernung: 9.000 Lichtjahre

  • M38, M36, M37: Offene Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann, Entfernung ca. 4000 Lichtjahre

  • M42: Orionnebel, Entfernung: 1300 Lichtjahre

  • NGC7009: Planetarischer Nebel im Sternbild Wassermann, Entfernung: 2.400 Lichtjahre

  • M1: Krebsnebel, Supernovaüberrest, Entfernung: 6.000 Lichtjahre

  • M81: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Mio. Lichtjahre

  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Mio. Lichtjahre

Planeten

Der Planet Merkur ist im Dezember am Morgenhimmel zu finden.
Am Monatsanfang findet man den flinken Planeten zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont) auf einer Höhe von etwa 10° über dem Südosthorizont. Danach sinkt die Höhe des etwa -0,6mag hellen Planeten schnell wieder. Ab Mitte Dezember verschluckt ihn dann schon wieder die morgendliche Dämmerung.

Venus bereitet ihren Auftritt als Abendstern vor. Schon am Monatsanfang steht sie zum Ende der bürgerlichen Dämmerung 6° über dem Südosthorizont. Mit einer Helligkeit von etwa -4,0mag erreicht Sie am Monatsende dann zu diesem Zeitpunkt schon etwa 15° Höhe über dem Horizont. Venus wird ihre Abendsternstellung noch bis in den Mai fortsetzen.

Mars wandert diesen Monat vom Sternbild Jungfrau in die Waage. Somit steht er weiterhin am Morgenhimmel und erreicht zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung eine Höhe von etwa 17° am Südosthorizont, die er den ganzen Monat durch seine scheinbare Bewegung in Richtung Osten beibehält. Seine Helligkeit beträgt ca. 1,6mag.

Der Riesenplanet Jupiter kann am Monatsanfang noch kurz sehr tief am Südwesthorizont erspäht werden.
Am 27. Dezember aber erreicht er dann schon seine Konjunktionsstellung - er steht dann von der Erde aus gesehen hinter der Sonne.

Auch der Ringplanet Saturn verlässt uns jetzt endgültig. Am Monatsanfang ist er noch für eine Stunde in der Abenddämmerung am Südwesthorizont zu sehen.  Seine Untergangszeiten ändern sich von etwa 19:00 Uhr am Monatsanfang auf ca. 18:20 Uhr zur Monatsmitte. Danach wird ihn wohl die Dämmerung gänzlich verschlucken.

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Winterzeit (MEZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.

Der Sternenhimmel im November 2019

Sterne

Der Grosse Wagen hat in dieser Jahreszeit die tiefste Position über dem Nordhorizont. Darüber steht der Polarstern im Kleinen Wagen. Blickt man noch weiter Richtung Zenit, ist das auffällige “Himmels-W” Kassiopeia zu erkennen. In seiner aktuellen Ausrichtung erscheint das Sternbild jedoch als Buchstabe “M”.

In den frühen Abendstunden kann man noch die hellen Sterne des Sommerdreiecks finden: Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler.

Direkt über uns hat das Herbstviereck die zentrale Position des Nachthimmels eingenommen. Es besteht aus den markantesten Sternen des Sternbilds Pegasus.

Im Süden bemerkt man knapp über dem Horizont einen helleren Stern. Es handelt sich hier um die ferne Sonne Formalhaut im Sternbild Südlicher Fisch. Da dieser Stern in unseren Breiten nur Ende des Jahres zu finden ist, wird er auch Herbststern genannt.

Blickt man zum östlichen Himmel, kann man links (nördlich) vom Herbstviereck das Sternbild Andromeda erkennen. Direkt daneben und unterhalb von Kassiopeia befindet sich Perseus, der die Form einer Astgabel hat. Etwas tiefer über dem Horizont zeigen sich schon zwei typische Vertreter der Wintersternbilder: Fuhrmann mit dem hellen Stern Kapella und der Stier mit seinem “blutigem Auge”, dem roten Riesen Aldebaran.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • Albireo: Doppelstern im Sternbild Schwan, auffälliger Farbkontrast, Entfernung: 390 Lichtjahre

  • M27: Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Fuchs, Entfernung: 1.200 Lichtjahre

  • M57: Ringnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Leier, Entfernung: 2.300 Lichtjahre

  • M39: Offener Sternhaufen im Sternbild Schwan, Entfernung: 900 Lichtjahre

  • M15: Kugelsternhaufen im Sternbild Pegasus, Entfernung: 30.000 Lichtjahre

  • M31: Andromedagalaxie, Spiralgalaxie im Sternbild Andromeda, Entfernung: 2,5 Mio. Lichtjahre

  • M33: Spiralgalaxie im Sternbild Dreieck, Entfernung: 3 Mio. Lichtjahre

  • M45: Plejaden, Offener Sternhaufen im Sternbild Stier, Entfernung: 440 Lichtjahre

  • h+Chi Persei: Doppelsternhaufen im Sternbild Perseus, Entfernung: 7300 Lichtjahre

  • NGC457: Eulenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Kassiopeia, Entfernung: 9.000 Lichtjahre

Planeten

Der Planet Merkur steht am 11. November in unterer Konjunktion, was bedeutet, dass er sich von der Erde aus gesehen zwischen Sonne und Erde befindet. Dabei kommt es dieses Jahr wieder zu dem seltenen Ereignis eines Merkurtransits (Siehe Artikel unter "Aktuelles"). Danach macht sich der flinke Planet auf den Weg an den Morgenhimmel. Schon am 28.11. erreicht er mit einem Sonnenabstand von etwa 20° seinen größten Winkelabstand von der Sonne.
Ab dem 18. November kann Merkur am Morgenhimmel beobachtet werden. Zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung (Sonnenstand -6°), kann er etwa 5° über dem Südosthorizont erspäht werden. Die Bedingungen verbessern sich bis zum 30. November soweit, dass er um diese Zeit schon eine Höhe von bis zu 10° erreicht.

Die Venus wird in diesem Monat zum Abendstern. Am Monatsanfang kann sie gegen 17:35 Uhr als -3,9mag helles Pünktchen am Südwesthorizont erspäht werden. Am Monatsende ist sie dann schon gegen 17:00 Uhr gut 6° über dem Horizont zu finden.

Der rote Planet Mars ist am frühen Morgenhimmel im Sternbild Jungfrau zu finden. Mit 1,8mag geht er am Monatsanfang gegen 5:15 Uhr, am Monatsende dann schon gegen kurz nach 5 Uhr morgens auf.

Jupiter beendet nun seinen Himmelsauftritt für dieses Jahr. Am Monatsanfang verschwindet das -1,9mag helle Lichtpünktchen gegen 19:10 Uhr hinter dem Horizont, am Monatsende dann schon gegen 17:45 Uhr abends. Am 28. November vormittags gegen 11:37 Uhr findet eine Bedeckung des Jupiters durch den Mond statt. Dies kann aber nur mit dem Teleskop bei sehr klarem Himmel beobachtet werden.

Saturn beendet ebenfalls seine Sichtbarkeitsperiode und ist im November noch rund 2 Stunden am Abendhimmel zu sehen. Am 1. November geht er gegen 20:50 Uhr, am Monatsende dann schon gegen kurz nach 19 Uhr unter.

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Winterzeit (MEZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.

Der Sternenhimmel im Oktober 2019

Sterne

Der Große Wagen erreicht in den Oktoberabenden seine tiefste Stellung über dem Nordhorizont. Darüber befindet sich der Polarstern in der Konstellation Kleiner Wagen. Blickt man noch weiter nach oben in Richtung Zenit, sieht man das leicht erkennbare “Himmels-W” des Sternbilds Kassiopeia.

Im Westen dominieren noch immer die Sterne des Sommers. Die hellsten von ihnen sind Teil des Sommerdreiecks: Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler.

Am Südhorizont reihen sich bekannte Sternbilder des Tierkreises auf: Steinbock, Wassermann und Fische.

Hoch am östlichen Himmel findet man das ausgedehnte Sternbild des geflügelten Pferdes Pegasus, dessen Körperumrisse auch als das Herbstviereck bezeichnet werden. Direkt daneben, in nördlicher Richtung, zeigt sich das Sternbild Andromeda mit der berühmten Andromeda-Galaxie. Bei ausreichend dunklem Himmel kann man die etwa 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Sterneninsel sogar mit bloßem Auge als schwachen nebligen Fleck erkennen. Etwas tiefer am Osthorizont befinden sich die Sternbilder Perseus, Widder und Fuhrmann mit dem hellen Stern Kapella.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • M13: Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre

  • M11: Wildentenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Schild, Entfernung: 5.600 Lichtjahre

  • M17: Schwanennebel, Galaktischer Nebel im Sternbild Schütze, Entfernung: 4.900 Lichtjahre

  • Albireo: Doppelstern im Sternbild Schwan, auffälliger Farbkontrast, Entfernung: 390 Lichtjahre

  • M39: Offener Sternhaufen im Sternbild Schwan, Entfernung: 900 Lichtjahre

  • M27: Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Fuchs, Entfernung: 1.200 Lichtjahre

  • M57: Ringnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Leier, Entfernung: 2.300 Lichtjahre

  • M2: Kugelsternhaufen im Sternbild Wassermann, Entfernung: 36.000 Lichtjahre

  • M15: Kugelsternhaufen im Sternbild Pegasus, Entfernung: 30.000 Lichtjahre

  • M31: Andromedagalaxie, Spiralgalaxie im Sternbild Andromeda, Entfernung: 2,5 Mio. Lichtjahre

  • h+Chi Persei: Doppelsternhaufen im Sternbild Perseus, Entfernung: 7300 Lichtjahre

  • NGC457: Eulenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Kassiopeia, Entfernung: 9.000 Lichtjahre

Planeten

Der Planet Merkur bewegt sich zwar in Richtung Abendhimmel von der Sonne weg und erreicht am 20.10. seinen größten Winkelabstand von rund 25°, gewinnt aber wegen seiner Bahn südlich der am Abendhimmel sehr flach liegenden Ekliptik zu wenig Horizontabstand um sich aus der Helligkeit des Sonnenuntergangs zu befreien. Er bleibt im Oktober unbeobachtbar.

Die Venus steht ebenfalls am Abendhimmel, kann sich aber wegen der flach am Horizont liegenden Ekliptik bestenfalls in den letzten beiden Oktoberwochen etwas aus der Abenddämmerung lösen. Ansonsten bleibt Sie ebenfalls für das freie Auge unbeobachtbar.

Mars, der ja Anfang September von der Erde aus gesehen hinter der Sonne stand (Konjunktionsstellung), wandert jetzt an den Morgenhimmel. Gegen 6:20 Uhr (MESZ) geht er am Monatsanfang mit dem Sternbild Jungfrau am Ostsüdosthorizont auf. Am Monatsende steht der etwa 1,8mag helle Lichtpunkt zu Beginn der nautischen Dämmerung (Sonne 12° unter dem Horizont) schon gute 6° hoch am Himmel.

Der Riesenplanet Jupiter beendet im Oktober seinen Himmelsauftritt. Schon am Monatsanfang ist er zu Beginn der Abenddämmerung als auffälliger -2mag heller Lichtpunkt knapp über dem Südwesthorizont zu finden. Geht er am Monatsanfang noch gegen 21:53 Uhr (MESZ) unter, verschwindet er am Monatsende schon gegen 19:15 Uhr (MEZ). Wegen der Horizontnähe ist es auch mit Teleskopen kaum mehr möglich, Oberflächenstrukturen auf Jupiter zu beobachten.

Der Ringplanet Saturn ist am Abendhimmel zu finden. Im Sternbild Schütze stehend, geht er am Monatsanfang gegen 23:55 Uhr (MESZ) unter, am Monatsende dann schon gegen 20:55 Uhr (MEZ).
Es ist also höchste Zeit noch einen Blick auf dem Planeten mit seinem faszinierenden Ringsystem zu werfen!

 

Anmerkungen

Alle Zeiten beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See.

Beachten sie bitte, dass am Sonntag, 27.10.2019  3:00 Uhr Sommerzeit (MESZ) unsere Uhren wieder um eine Stunde zurück auf 2:00 Uhr Winterzeit (MEZ) gestellt werden.

Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.