Aktuelles

Nach einem Sommer mit unzähligen ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen haben wir nun endlich unsere Sternwartenkuppel umfangreich saniert und können das Gebäude mit einem neuen Teleskop wieder für öffentliche Führungen nutzen!

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Im vergangenen Frühjahr wurde festgestellt, dass der Holzboden des Beobachtungsgebäudes nach fast 20 Jahren an zahlreichen Stellen morsch war und eine dringende Renovierung benötigte. Daraufhin mussten wir die Kuppel mit sofortiger Wirkung für den Beobachtungsbetrieb sperren.

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Nachdem wir zunächst das alte Teleskop mit der Metallsäule abgebaut und den defekten Holzbodenaufbau entfernt hatten, begann die Ursachenforschung für das vorzeitige Altern. Der Grund war eine fehlende Belüftung an der Unterseite der tragenden Holzbalken. Also brachten wir, nach Einbau eines neuen Bodens, in die Außenwand des Kuppelsockels mehrere Öffnungen ein, um zukünftig eine Luftzirkulation zu ermöglichen. Außerdem wurde eine Falltür eingebaut. Dadurch ist jetzt der 1,5 m hohe Hohlraum unterhalb des Besucherbereichs jederzeit begehbar und kann als Stauraum genutzt werden.

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Neben des Bodens wurden zahlreiche weitere Umbauarbeiten durchgeführt, um den Betrieb der Kuppel in den nächsten Jahren zu sichern. So wurde die gesamte Elektrik erneuert. Zusätzlich befinden sich jetzt Kabelkanäle für Video, Netzwerk und USB-Leitungen im Gebäude. Mit einem neuen Schaltpanel können die verschiedenen Lampen (Rot- und Weißlicht) sowie die Stromversorgung für die astronomischen Geräte gesteuert werden. Jetzt gibt es auch wetterfeste Anschlussdosen an der Außenwand der Kuppel. Damit haben nun Besucher und Mitglieder die Möglichkeit, die Steuerungen ihrer selbst mitgebrachten Teleskope anzuschließen.

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Ende Oktober war es dann soweit: Die Firma Baader-Planetarium lieferte uns die bereits im Juli bestellte neue Teleskopmontierung mit zugehörigem Steuerungscomputer.
Mit dieser  „Bella Macchina“, die in Mailand gefertigt wurde, können wir bei Führungen unser großes C14-Teleskop vollautomatisch mit Knopfdruck auf jedes gewünschte Himmelsobjekt ausrichten!

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Am 19. November 2011 weihten wir im kleinen Kreis die renovierte Kuppel mit der neuen Montierung ein und führten abschliessende Funktionstests und Feineinstellungen durch. Seit diesem Tag steht das Gebäude endlich wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung.

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An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Helfern herzlich bedanken! Nur durch die vielen unentgeltlichen Arbeitsstunden von Mitgliedern, Familienangehörigen und Freunden konnten wir den Umbau so schnell durchführen.

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Ein besonderer Dank geht auch an alle Spender, durch die wir überhaupt erst die finanziellen Mittel hatten, das neue Teleskop und die zugehörige Montierung zu beschaffen. Die größten Einzelspenden und Zuwendungen haben wir der Gemeinde Berg, der Bürgerstiftung Starnberg und unserem Mitglied Herrn Kurt Röger zu verdanken. Aus diesem Grund hat sich auch der Vorstand dazu entschlossen, das neue Teleskop auf den Namen „Kurt“ zu taufen!

Die aktuelle Herbstausgabe unserer Vereinszeitung "Der Sterngucker" kann ab sofort hier heruntergeladen werden.


Der 2009 in Australien entdeckte Komet Garradd kann in den nächsten Monaten bereits mit einem Fernglas am Berger Abendhimmel beobachtet werden. Die von Benno Ruhdorfer und Andreas Dellinger auf der Sternwarte Berg aufgenommene Bildsequenz (siehe Video) zeigt die Eigenbewegung des Kometen innerhalb einer Stunde relativ zu den Fixsternen.

Eine Beschreibung des abendlichen Fixsternhimmels, der Mondphasen und der Planetenpositionen, sowie aktuelle Beobachtungstipps finden Sie hier.

"Ja wo ist er jetzt denn, der versprochene rote Mond?" Diese oder ähnliche Fragen stellten sich wohl die meisten der über 120 Besucher, die am Abend des 15. Juni zur Sternwarte kamen, um die angekündigte Mondfinsternis zu sehen. Aber der Wettergott war uns zunächst nicht gnädig. Dicke Wolken im Südosten versperrten die Sicht zum Erdtrabanten. Teilweise waren sogar einzelne Regentropfen zu spüren. Was also tun? Ein Alternativprogramm musste her! Also wurde den interessierten Besuchern die verschiedenen Teleskope vorgestellt, das Sonnensystem anhand eines Modells gezeigt, oder erklärt, was wohl ein Astronaut auf dem Mond während einer Mondfinsternis sehen würde. Beim Blick durch unser grösstes Spiegelteleskop konnte man sogar auf dem etwa 60km entfernten Berggipfel des Wendelsteins die eindrucksvolle Beobachtungs-Kuppel der Universitäts-Sternwarte München erkennen.

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Schliesslich hatten die dunklen Wolken das Nachsehen und verzogen sich langsam vom Himmel. So wurden die verblieben Besucher zu später Stunde immerhin mit einem teilweise bedeckten Mond belohnt. Auch der Planet Saturn konnte mit seinen eindruchsvollen Ringen beobachtet werden. Einen krönenden Abschluss bescherte uns noch die internationale Raumstation ISS, die um 23:10 Uhr mit einer Geschwindigkeit von rund 28.000 Kilometern pro Stunde und in einer Höhe von etwa 400 km über unsere Köpfe hinweg flog.

Jetzt heißt es wieder warten. Die nächste totale Mondfinsternis wird in Berg erst 2015 zu beobachten sein!

(Foto: Ingo Drittenpreis)