Aktuelles

Vom 4. bis 17. Dezember ist normalerweise ein auffälliges Feuerwerk am Himmel zu sehen:


Der Sternschnuppenstrom der Geminiden.


Beim Maximum am 14. Dezember, kann man normalerweise mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde rechnen. Danach nimmt die Rate wieder schnell ab und verebbt.
Im Jahr 2015 zählte ein Mitglied unseres Vereines, bei der Beobachtung am Sternwartengelände in Aufkirchen, über 100 Sternschnuppen in einer Stunde!

Da der Radiant (=Stelle am Himmel, aus der die Sternschnuppen zu kommen scheinen) im Sternbild Zwillinge (lat. Geminī) liegt, und das Sternbild im Dezember am abendlichen Osthorizont zu finden ist, können auch schon in den Abendstunden relativ viele Sternschnuppen beobachtet werden.

Wegen der relativ niedrigen Geschwindigkeiten, der in der Atmosphäre verglühenden Teilchen, leuchten die Geminidensternschnuppen oft sehr lange, hell und gelblich-weiß auf.

Der Ursprung der Geminiden ist noch nicht vollständig geklärt. Normalerweise entstehen Meteorschauer aus dem Staub, den Kometen durch ihre Schweife auf ihrer Bahn um die Sonne zurücklassen. Kreuzt die Erde diese Bahn, erzeugen die Staubteilchen beim Verglühen in der Erdatmosphäre die Sternschnuppen.

Im Oktober 1983 konnte anhand von Fotos des Infrared Astronomical Satellite (IRAS) ein Objekt gefunden werden, das sich auf dieser Bahn bewegt. Das Objekt, 3200 Phaethon, wurde als Asteroid klassifiziert und bewegt sich auf einer stark elliptischen Bahn mit 1,4 Jahren Umlaufzeit um die Sonne. Die elliptische Bahn ist für einen Asteroiden allerdings eher ungewöhnlich.

Nun vermutete man, dass Phaethon entweder ein „erloschener" Komet ist, der seinen Gas- und Staubvorrat inzwischen vollständig verloren hat, oder aber, dass es sich bei Phaethon um einen Asteroiden handelt, der nach einem Zusammenstoß mit einem anderen Asteroiden auf die sonderbare Bahn gelangte und dort die entstandene Staubwolke verteilt hat. Inzwischen haben neuere Messdaten gezeigt, dass wohl zwei weitere Asteroiden ( 2005 DU und 1999 YC) Beiträge zur Staubwolke der Geminiden leisten.

Auf jeden Fall ist der Ursprung der Geminiden noch nicht eindeutig geklärt.

Das Maximum wird am 14. Dezember gegen 13:00 Uhr eintreten.  Vor allem die Nacht nach dem Maximum könnten gute Beobachtungsbedingungen mit vielen Sternschnuppen bieten.
Aber auch in der Nacht vor dem Maximum sind viele Geminiden zu erwarten.
Leider stört der fast volle Mond die Beobachtung. Da aber die Geminiden bekannt für viele helle Meteore sind, sollte das kosmische Feuerwerk trotz Mond wieder zu einem faszinierenden Erlebnis werden.

Hoffen wir also, dass wir klaren Himmel bekommen...

 Bild: Wikipedia.de

Am Montag, den 11. November 2019 kann ein besonderes astronomisches Highlight beobachtet werden: ein Merkurtransit. Der innerste Planet Merkur befindet sich dabei für einige Stunden genau zwischen Erde und Sonne.

Merkurtransit am 11. November 2019

In Berg und Umgebung geht es an diesem Tag um genau 13:35 Uhr los. Dann erscheint am linken Rand der Sonnenscheibe ein kleiner schwarzer Schatten, der langsam nach rechts wandert. Um 16:20 Uhr befindet sich der Planet fast in der Mitte der Sonnenscheibe. Zu dieser Uhrzeit steht die Sonne jedoch schon sehr tief über dem südwestlichen Horizont. Die Sonne geht am 11. November in Berg um 16:42 Uhr unter. Das eigentliche Ende des Merkurtransits um 19:04 Uhr ist somit leider nicht zu beobachten.

Die Sternwarte ist an diesem Tag - bei klarem Himmel - zwischen 13:15 und 16:30 Uhr geöffnet. Die Besucher haben die Gelegenheit, das Ereignis mit Hilfe unserer speziellen Sonnenteleskope zu beobachten. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 3 EUR. Kinder zahlen 1 EUR.

Mit einer „Sonnenfinsternis-Brille", kann man den Merkur-Durchgang leider nicht sehen. Der Schatten von Merkur ist dafür zu klein. Es sollte auch auf keinen Fall versucht werden, mit bloßem Auge, Ferngläsern oder Teleskopen ohne Filter das Ereignis zu beobachten. Schwere Augenschäden wären die Folge!

Übrigens: Wer diesen Merkurvorübergang verpasst, muss sich auf eine längere Wartezeit einstellen. Erst im Jahr 2032 wird der nächste Transit am Himmel zu sehen sein.

Unser öffentlicher Beobachtungsabend am 16. Juli 2019 steht ganz im Zeichen des Mondes.

Um 22:01 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde und eine partielle Mondfinsternis beginnt. Zur maximalen Abschattung wird es um 23:31 Uhr kommen. Dann werden über 65% der Mondscheibe im Erdschatten liegen und in einem fahlen roten Licht erscheinen.

190716 Mondfinsternis VdS 2019

Neben der Beobachtung der Mondfinsternis erwartet unsere Besucher an diesem Abend noch ein interessantes Begleitprogramm. Am 16. Juli 1969, also vor genau 50 Jahren, machten sich nämlich die Apollo 11-Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins in Ihrer SaturnV-Rakete auf den Weg zu unserem Erdtrabanten und landeten vier Tage später mit der Mondfähre Eagle im Meer der Ruhe. Aus diesem Anlass zeigen wir auf unserem Gelände an der Lindenallee originale Filmdokumente der Nasa und erklären die einzelnen Phasen dieser aussergewöhnlichen Expedition.

190716 Launch of Apollo 11 14483749397

Quelle: NASA Goddard Space Flight Center from Greenbelt, MD, USA [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Veranstaltung beginnt um 22 Uhr und findet nur bei klarem Himmel statt.

Auch dieses Jahr beteiligte sich die Sternwarte Berg am deutschlandweiten Astronomietag, der diesmal am Samstag, den 30. März 2019 stattfand.

190330 Astronomietag

(Stimmung kurz vor der Abendveranstaltung, S. Schmid)

Die Sternwarte war an diesem Tag bereits um 14 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet.

Am Nachmittag konnten die Besucher zunächst mit speziellen Teleskopen einen Blick auf die Sonne werfen. Aber auch helle Sterne und der Planet Mars waren bereits am Tag sichtbar. Für Kinder und Jugendliche gab es ein Begleitprogramm mit Sonnenuhr- und Teleskopbasteln, Astroquiz und Demonstration eines Sonnensystem-Modells.

Das Motto lautete dieses Mal "Möge die Nacht mit uns sein".

Nach Sonnenuntergang konnten unsere Gäste mit ihren eigenen Augen sehen, wie wichtig ein dunkler Himmel für das Auffinden von Sternbildern und das Beobachten von lichtschwachen Objekten wie Galaxien und Sternhaufen mit Teleskopen ist und welche Vorteile hier die abgeschiedene Lage der Sternwarte Berg bietet.

An diesem Abend bekamen wir ausserdem Unterstützung von Herrn Pfarrer Zott, der aus Anlass des Astronomietages und der zeitgleichen Aktion "Earth Hour" der Naturschutzorganisation WWF die Aussenbeleuchtung der benachbarten Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt ausschaltete. An dieser Stelle möchten wir uns dafür nochmal herzlich bedanken!

190122 Christian Jutz

(Foto: D. Jutz)

Wir trauern um Prof. Dr. Christian Jutz, der am 17. Januar 2019 im Alter von 93 Jahren in Berg verstorben ist.

Christian gründete 1992 die Berger Sternwarte, die er viele Jahre mit Hingabe und Herzblut leitete. Noch im hohen Alter beteiligte er sich rege am Vereinsleben und unterstützte uns mit Rat und Tat.

Durch seine mitreißende und begeisternde Art haben viele von uns erst zu dem faszinierenden Hobby Astronomie gefunden. Er war für uns ein Vorbild, Lehrer und Freund.

Wir werden unseren Freund Christian immer in guter Erinnerung behalten. Es ist uns eine Ehre, die Christian-Jutz-Volkssternwarte Berg in seinem Sinne weiterzuführen.