startrails2

Seit Juni 1992 existiert auf einer Anhöhe über dem Nordostufer des Starnberger Sees eine kleine Sternwarte. Auf dem Grundstück der Gemeinde Berg stehen abseits störender Lichtquellen eine Beobachtungskuppel und zwei Rolldachhütten. Die Gebäude beherbergen verschiedenste Teleskope für die Himmelsbeobachtung: vom 5-Zoll-Refraktor bis zum 16-Zoll-Schmidt-Cassegrain-Spiegelteleskop. Mittlerweile zählt der Verein fast 80 Mitglieder, von denen einige in ehrenamtlicher Arbeit an den öffentlichen Führungen mitwirken.


Vom 4. bis 17. Dezember ist normalerweise ein auffälliges Feuerwerk am Himmel zu sehen:


Der Sternschnuppenstrom der Geminiden.


Beim Maximum am 14. Dezember, kann man normalerweise mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde rechnen. Danach nimmt die Rate wieder schnell ab und verebbt.
Im Jahr 2015 zählte ein Mitglied unseres Vereines, bei der Beobachtung am Sternwartengelände in Aufkirchen, über 100 Sternschnuppen in einer Stunde!

Da der Radiant (=Stelle am Himmel, aus der die Sternschnuppen zu kommen scheinen) im Sternbild Zwillinge (lat. Geminī) liegt, und das Sternbild im Dezember am abendlichen Osthorizont zu finden ist, können auch schon in den Abendstunden relativ viele Sternschnuppen beobachtet werden.

Wegen der relativ niedrigen Geschwindigkeiten, der in der Atmosphäre verglühenden Teilchen, leuchten die Geminidensternschnuppen oft sehr lange, hell und gelblich-weiß auf.

Der Ursprung der Geminiden ist noch nicht vollständig geklärt. Normalerweise entstehen Meteorschauer aus dem Staub, den Kometen durch ihre Schweife auf ihrer Bahn um die Sonne zurücklassen. Kreuzt die Erde diese Bahn, erzeugen die Staubteilchen beim Verglühen in der Erdatmosphäre die Sternschnuppen.

Im Oktober 1983 konnte anhand von Fotos des Infrared Astronomical Satellite (IRAS) ein Objekt gefunden werden, das sich auf dieser Bahn bewegt. Das Objekt, 3200 Phaethon, wurde als Asteroid klassifiziert und bewegt sich auf einer stark elliptischen Bahn mit 1,4 Jahren Umlaufzeit um die Sonne. Die elliptische Bahn ist für einen Asteroiden allerdings eher ungewöhnlich.

Nun vermutete man, dass Phaethon entweder ein „erloschener" Komet ist, der seinen Gas- und Staubvorrat inzwischen vollständig verloren hat, oder aber, dass es sich bei Phaethon um einen Asteroiden handelt, der nach einem Zusammenstoß mit einem anderen Asteroiden auf die sonderbare Bahn gelangte und dort die entstandene Staubwolke verteilt hat. Inzwischen haben neuere Messdaten gezeigt, dass wohl zwei weitere Asteroiden ( 2005 DU und 1999 YC) Beiträge zur Staubwolke der Geminiden leisten.

Auf jeden Fall ist der Ursprung der Geminiden noch nicht eindeutig geklärt.

Dieses Jahr stört die um etwa 23 Uhr untergehende Mondsichel. Danach stört der Mond die Beobachtung des Himmelsfeuerwerks nicht mehr.

Das Maximum wird am 14. Dezember gegen 13:30 Uhr eintreten. Da dürfen wir, zumindest nach Monduntergang, hoffen, viele Gemeniden zu erspähen. Vor allem die Nacht nach dem Maximum könnten gute Beobachtungsbedingungen mit vielen Sternschnuppen bieten.
Aber auch in der Nacht vor dem Maximum sind viele Geminiden zu erwarten.
Hoffen wir also, dass wir klaren Himmel bekommen...

 Bild: Wikipedia.de

Auch in diesem Sommer kann wieder ein spektakuläres Himmelsschauspiel auf der Berger Sternwarte beobachtet werden.

In der Nacht vom 12. auf den 13. August bewegt sich die Erde, auf ihrer Bahn um die Sonne, durch eine Staubspur, die aus Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tutle besteht. Dabei treten ca. sandkorngroße Partikel mit extrem hoher Geschwindigkeit in die oberen Schichten der Erdatmosphäre ein und verglühen. Diese ungefährlichen Leuchterscheinungen sind als Perseiden-Sternschnuppen bekannt. Im Volksmund wird auch die Bezeichnung "Laurentiustränen" oder "Tränen des Laurentius" verwendet, da am 10. August der Namenstag des gleichnamigen Märtyrers gefeiert wird. 

perseids_meteor_shower

(Foto: NASA/JPL) 

Aus diesem Anlass wird die Volkssternwarte Berg am Sonntag, den 12. August 2018, bei klarem Himmel, zwischen 21:00 Uhr und 24:00 Uhr geöffnet sein. Diesmal herrschen perfekte Bedingungen, da der Mond an diesem Abend bereits untergegangen ist und den Himmel nicht aufhellt.

180818 VdS Sommernachtstraum 2018 Banner 02

 

Kurz vor Beginn der Sommerferien in Bayern ist es endlich wieder soweit: Am 27. Juli wird über Deutschland eine totale Mondfinsternis zu sehen sein!

Diesmal findet das Ereignis während der Abendstunden statt. Die maximale Bedeckung wird für 22:22 Uhr MESZ erwartet. Hier der genaue Zeitplan:

  • 20:24 Uhr: Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde
  • 21:30 Uhr: Beginn der Totalität der Finsternis
  • 22:22 Uhr: Maximale Verfinsterung
  • 23:13 Uhr: Ende der Totalität der Finsternis
  • 00:19 Uhr: Austritt des Mondes aus dem Kernschatten

Während der Totalität wird der Mond als dunkelrote Scheibe über den südöstlichen Himmel wandern. Die Farbe stammt hierbei von Sonnenlicht, das von der Erdatmosphäre in den Mondschatten gelenkt wird.

180718 mofi sequenz 2015

(Foto: Benno Ruhdorfer)

Weitere Hintergrundinformationen zur Mondfinsternis 2018 sind beispielsweise auf der zentralen "Mofi"-Seite des Bayerischen Rundfunks zu finden: https://www.br.de/mofi

In dieser Nacht können sich die Beobachter auf ein weiteres Ereignis freuen. Zeitgleich mit der Mondfinsternis befindet sich der Planet Mars in Erdnähe und kann etwa eine Handbreit unterhalb des Erdtrabanten als deutlich rötlicher Lichtpunkt am Himmel erkannt werden.

Bei klarem Himmel wird die Berger Sternwarte am 27. Juli ab 21 Uhr geöffnet sein. Besucher werden die Möglichkeit haben, das Ereignis mit verschiedenen Instrumenten - vom Fernglas bis zum Spiegelteleskop - zu beobachten.

Der Eintritt ist an diesem besonderen Abend kostenlos. Freiwillige Spenden sind jedoch immer willkommen.

Auch dieses Jahr hat die Berger Sternwarte wieder am deutschlandweiten Astronomietag teilgenommen. Am Samstag, den 24. März 2018 öffneten wir um 14 Uhr unser Gelände an der Lindenallee für alle interessierten Besucher.

180324 Astrotag2018 Plakat

Am frühen Nachmittag ging es zunächst um die Sonne. Mit verschiedenen Spezialteleskopen konnten unsere Gäste die Oberfläche des Tagesgestirns genauer anschauen. Leider war an diesem Tag kein einziger Sonnenfleck sichtbar, aber am Rand zeigte sich deutlich eine Protuberanz - ein ringförmiger Materiestrom.

Auch für unsere kleinen Gäste gab es wieder ein besonderes Programm. Unter Anleitung unserer Mitglieder wurden Sonnenuhren und kleine Galileo-Teleskope gebastelt.

180324 Astrotag2018 Basteln

In einer abgedunkelten Beobachtungshütte konnten unsere Besucher ihr Wissen bei einem Computer-Astroquiz unter Beweis stellen und an einem großen Bildschirm eine Videopräsentation über die totale Sonnenfinsternis 2017 in den USA sehen.

Nach Sonnenuntergang zeigten sich die ersten Objekte des Abendhimmels. Ab 19 Uhr konnte am Westhorizont der Planet Venus beobachtet werden. Beim Planeten Merkur war das schon etwas schwieriger. Wolkenbänder versperrten immer wieder die Sicht, so dass die Sichel des sonnennächsten Planeten immer nur für einige Sekunden in den Fernrohren erkennbar war.

Mit zunehmender Dunkelheit zeigten sich immer mehr Sterne und die zahlreichen Besucher ließen sich die wichtigsten Sternbilder des Frühlingshimmels erklären. Um 19:45 wurde gemeinsam ein Überflug der internationalen Raumstation ISS am Südhorizont beobachtet und mit vielen "Ahs" und "Ohs" kommentiert.

Auch der zunehmende Mond fand sehr großes Interesse. Einige Gäste versuchten sich sogar als Astrofotografen und machten beachtliche Handyaufnahmen des Erdtrabanten durch unsere Teleskope.

180324 Astrotag2018 Mond

Dieses Jahr gab es eine ganz besondere Station. Eines unserer Teleskope war mit einem speziellen Diffraktionsgitter ausgestattet, mit dem das Licht eines Sterns in die einzelnen Farbbestandteile zerlegt wurde. Das resultiere charakteristische Farbspektrum konnte dann direkt im Okular betrachtet werden. Anhand dieses Spektrums wurde den Besuchern erklärt, wie Astronomen die Zusammensetzung und Temperaturen von Sternen bestimmen.

Schließlich widmeten wir uns dem eigentlichen Motto des diesjährigen Astronomietages, dem "geheimen Leben der Sterne".

Anhand markanter Vertreter des Nachthimmels wurden die verschiedenen "Lebensphasen" der Sterne erklärt. Von der „Geburt“ eines Sterns aus Gas und Staub mit dem prominenten Orionnebel als Beispiel. Über die „Sternenkindergärten“ der offenen Sternhaufen mit den berühmten Plejaden im Stier. Und selbst das Ende eines Sterns konnten die Besucher im Teleskop erfahren: mit dem „Eskimo-Nebel“ in den Zwillingen als Vertreter der Planetarischen Nebel und mit dem Supernova-Überrest M 1 im Stier.

Um 23 Uhr traten die letzten Besucher zufrieden ihren Heimweg an. Auch dem Team der Berger Sternwarte hat es wieder sehr gut gefallen. Das nächste Mal sind wir auf jeden Fall wieder dabei!