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Seit Juni 1992 existiert auf einer Anhöhe über dem Nordostufer des Starnberger Sees eine kleine Sternwarte. Auf dem Grundstück der Gemeinde Berg stehen abseits störender Lichtquellen eine Beobachtungskuppel und zwei Rolldachhütten. Die Gebäude beherbergen verschiedenste Teleskope für die Himmelsbeobachtung: vom 5-Zoll-Refraktor bis zum 16-Zoll-Schmidt-Cassegrain-Spiegelteleskop. Mittlerweile zählt der Verein fast 80 Mitglieder, von denen einige in ehrenamtlicher Arbeit an den öffentlichen Führungen mitwirken.


Sternwartenstamtisch

Unser nächster Sternwartenstammtisch findet
am Donnerstag, 9. Februar 2017 um 19:30 Uhr im Gasthof Alter Wirt in Höhenrain statt.  

Alle Mitglieder und interessierte Besucher sind herzlich willkommen!

Lage des Sternbilds Mauerquadrant

Die Quadrantiden gehören zu den ergiebigsten Sternschnuppenströmen. Sie treten in der relativ kurzen Zeit vom 1. bis zum 6. Januar auf. Wobei das sehr schmale Maximum von nur wenigen Stunden im Jahr 2017 auf Dienstag, 3. Januar, gegen 15:00 MEZ fällt. Dann ist bei uns schon hellichter Tag. Lohnend ist jedoch die Beobachtung schon gegen 0 Uhr also Mitternacht. Gegen 6:00 Uhr morgens steht der Radiant dann hoch am Himmel. Dann sollte man die meisten Sternschnuppen sehen können. Die schmale zunehmende Mondsichel ist gegen Mitternacht bereits untergegangen und kann somit nicht stören. Im Maximum fielen in der Vergangenheit dann oft mehr als 100  Meteore/Stunde. Für 2017  ist aber nur mit einer Rate von 30 Sternschnuppen in der Stunde zu rechnen, da das Maximum bei uns auf die Tagstunden fällt

Der Radiant der Quadrantiden befindet sich im Gebiet zwischen den Sternbildern Drache, Herkules und Bärenhüter (lat. Bootes). Auf Sternkarten des 19. Jahrhunderts findet man dort noch das Sternbild "Mauerquadrant" (lat. Quadrans Muralis), von dem sich der Name des Stroms ableitet.

Ursprung des Stromes ist vermutlich der Asteroid 2003 EH1, der wohl ein Bruchstück eines zerbrochenen, "ausgebrannten" Kometen darstellt.

Bild: Lage des früher gebräuchlichen Sternbilds Quadrans Muralis, Quelle Wikipedia

 

Am 16. September 2016 findet eine eher unscheinbare Halbschattenfinsternis des Mondes statt. Dabei tritt der Mond um 18:53 Uhr in den Halbschatten der Erde ein und verläßt diesen wieder um 22:54 Uhr. Der Beginn der Finsternis ist in Berg nicht zu sehen, da der Mond erst um 19:30 Uhr aufgeht.
Aber selbst im Maximum der Verfinsterung um 20.54 Uhr, wird man nur eine sehr schwache Verdunkelung des Mondes ausmachen können.

Zwar werden in verschiedenen Quellen für den Juni eine ganze Reihe von Meteorströmen (s. a. Wikipedia) vorhergesagt, die aber fast alle nur sehr schwach ausgeprägt sind und mit einer Rate von oft weniger als eine Sternschnuppe pro Stunde aufwarten.

Interessant könnten diesen Monat aber die Juni-Lyriden werden, die vom 11. bis 21. Juni auftreten - mit einem langjährigen mittleren Maximum von bis zu 5 Meteoren/Stunde am 16. Juni. Allerdings erreichte dieser Sternschnuppenstrom in den letzten Jahren diese Rate in keinster Weise. Der letzte nennenswerte Auftritt war 1996. Der zunehmende Mond (Vollmond am 20.6.) verschlechtert dieses Jahr die Beobachtung der sehenswerten Sternschnuppen in der ersten Nachthälfte. Die Juni-Lyriden sind meist weiß bis blau und bilden lange Schweife, ihr Radiant liegt im Sternbild Leier (lat. Lyra).

Ein weiterer Strom könnte in den Nächten um den 27. Juni noch eine Überraschung bringen. Die Juni-Bootiden, deren Ursprung die Staubspur des Kometen 7P/Pons-Winnecke ist, der alle 6 1/2 Jahre die Sonne umkreist. Manchmal trifft die Erde gleich auf mehrere Staubspuren des Kometen, dann kommt es zu richtigen Ausbrüchen von 50 bis 100 Sternschnuppen pro Stunde. In anderen Jahren sind gar keine Sternschnuppen zu sehen. Zwischen 1929 und 1998 waren die Juni-Bootiden komplett verschwunden, um dann plötzlich doch wieder zu erscheinen.
Der Radiant der Juni-Bootiden liegt im Sternbild Bärenhüter (lat. Bootes), das am Abend schon sehr hoch am Himmel steht. Nur der abnehmende Mond, eine Woche nach Vollmond, könnte sich in der zweiten Nachthälfte als störend erweisen.

Jetzt müssen die Sternschnuppen nur noch kommen. Hoffen wir das Beste!